Es ist so schwer zu glauben und so unfassbar schwer zu beschreiben. Es fühlt sich alles so unwirklich an.
Kai wollte leben. Er wollte mit der Erkrankung leben, auch wenn die „Heilung“ ausgeschlossen war, so wie die Ärzte es sagten. Wir haben nie aufgehört zu glauben, dass es möglich ist – bis zu seinem letzten Atemzug.
Die letzten Wochen, insbesondere seit Kais Hirnmetastasen Diagnose, waren sehr hart für ihn. Sein Körper war gebeutelt, Kraftlosigkeit, Angst und Schmerzen wurden immer größer.
Dennoch hörte er nicht auf zu leben und an das Leben zu glauben. Er suchte bereits einen Van raus, den wir kaufen, und mit dem wir alle gemeinsam in den Urlaub fahren könnten, sobald er seine Therapien ausgestanden und wieder etwas mehr Kraft erlangt hätte. Immer noch kamen ihm trotz der schweren Zeit Scherze und „Kai typische Sprüche“ über die Lippen. Immer wieder brachte er uns mit seinem Humor zum Lachen. Trotz dessen, dass seine Erkrankung Stück für Stück einen großen Teil von ihm genommen hat. Trotz dessen, dass er selbst mal sagte, er würde so gern zurück lächeln, doch er kann es nicht, weil ihm die Kraft dazu fehlt.
Ein Held für uns – so unglaublich tapfer. Und alles für die Liebe und für das Leben mit uns und unter uns. Man kann es nicht in Worte fassen, wie er sich gefühlt haben muss. Die Vorstellung immer wieder in Angst zu leben, gehen zu müssen, und alles was man liebt, zurück lassen zu müssen, war sicherlich furchtbar.
Gott hatte einen anderen Plan für Kai, als den, den wir uns gewünscht haben.
Ich hoffe, Gott hatte einen wirklich guten Grund, Kai von uns zu nehmen.
Die einzige tröstende Vorstellung von Gottes Willen ist, dass Kai keine Schmerzen und keine Angst mehr leiden muss, weil Gott ihn davon erlöst hat.
Auch wenn wir lange Zeit hatten, uns mit der Vorstellung, dass dieser Tag kommen könnte, auseinanderzusetzen, war die Zeit dennoch viel zu kurz. Wie vieles hätte man anders machen wollen, wie vieles noch sagen oder machen wollen. Dafür gibt es aber kein Rezept, es gibt keine Anleitung, es passiert einfach.
Man sagte mir, dass alles wieder gut wird, und ich weiß nicht, wie es das jemals wieder soll. Mit Kai ist ein großer Teil von mir und den Jungs gegangen. Diesen Teil wird nichts und niemand jemals ersetzen können. Nichts wird es wieder gut machen können.
Nur die Zeit und Kais unfassbare Kraft, die er uns gegeben hat, werden uns leben lassen und weitermachen lassen. Für ihn.
So tut es gut zu wissen und ist es schön zu sehen, welche Bedeutung Kai für Euch alle hatte. Wie sehr Ihr ihn geschätzt und geliebt habt. All das gibt Kraft und Mut weiterzumachen und das Wissen nicht allein zu sein. Und in Euch allen steckt ein Stück von Kai, mit Euren Erinnerungen an ihn, und es ist so unfassbar schön, diese immer mal wieder zu hören.
Vielen Dank für all die wertvollen und tröstenden Worte, Umarmungen und Erinnerungen!
Agnes, Mika und Mailo
Unter Schmerzen habe ich Dich geboren,
mit Schmerzen lasse ich Dich gehen.
Dass Du nun ohne Schmerzen bist, sollte mich trösten.
Tut es aber nicht.
Du bist fort – an einem Ort, der mir noch nicht zugänglich ist.
Aber ich ahne dort Licht und Wärme und Frieden.
Und ein Sein ohne Schmerzen und Angst.
Das befriedet.
Du bist heimgegangen, dorthin, woher Du auch kamst.
Ich durfte Dich ein Stück auf Deinem Lebensweg begleiten.
Dafür bin ich grenzenlos dankbar.
Du warst, bist und bleibst in meiner Liebe.
Deine Mom
Nun wird hier für Dich zum Abschied dieser Nachruf gestaltet und ich fühle mich als deine Schwester natürlich aufgerufen, mich auf diesem Weg und denjenigen, die mit dir verbunden sind, auch mit zu teilen.
Wie soll das gehen?
Da ich die Tatsache, dass wir nun nicht mehr gemeinsam und jeder für
sich durchs Leben gehen, unvorstellbar empfinde.
Welche Worte wähle ich aus den unendlichen Möglichkeiten, und aus der absoluten Sprachlosigkeit gegenüber der Situation.
Sicher fühle ich, dass eine unzertrennliche Verbindung besteht, unabhängig von Zeit und Raum.
Das könnte die Erinnerungen an die gemeinsame Zeit sein, es kann aber auch etwas viel Größeres und Tieferes, jenseits des mit Worten beschreibbaren sein.
Eine ewige, grenzenlose und alles beinhaltende Präsenz, in der wir zu Lebzeiten und über den Tod hinaus verbunden, und/oder sogar EINS sind.
Leibhaftig wirst du fehlen!,
und unzähliges gibt es zu bedauern,
was wir gemeinsam als Geschwister nun nicht mehr erleben können, wie wir gemeinsam
wachsen, uns unterscheiden und ähnlich sind.
Eins ist sicher
Ich bin dankbar für die gemeinsame Zeit und im Herzen und der Liebe bist du unsterblich...
...und weiß nicht, was ich schreiben soll. Seit ein paar Tagen drücke ich mich davor, weil ich einfach keine Worte finde. Was soll man schreiben, was an dich erinnert? Es ist eine riesengroße Traurigkeit in uns, in mir, in deiner Familie, in deinen Freunden – dies ist kaum in Worte zu fassen, geschweige denn zu beschreiben.
Wir versuchen, die schönen Seiten, die lustigen Momente und die ganz, ganz, ganz vielen Erinnerungen mit dir wachzuhalten und nach außen zu tragen – Agnes zu erzählen, deiner Familie zu erzählen und deinen Kindern Mika und milo zu erzählen. Wir versuchen, uns mit Bildern auszutauschen, von unserem Kai. Es ist einfach so unglaublich, unnötig, unfassbar. Ich kann immer nur sagen: Mir fehlen die Worte.
Ich hätte dir gern noch mehr gesagt oder noch mehr mit dir unternommen. Deine Krankheit hat es die letzten zwei Jahre wenig zugelassen. Aber die Momente, die Ausflüge, die Begegnungen bei euch zu Hause, die Besuche, das gemeinsame Essen, unsere gemeinsamen Ausflüge mit den Autos, Lachen, Tanzen – die haben wir mitgenommen und behalten sie in unserem Herzen.
Du warst einer der wenigen Menschen, zu dem wir wirklich zu jeder Tages- und Nachtzeit spontan eintrudeln konnten. Und aus diesen ungeplanten Besuchen sind oft die schönsten und lebendigsten Abende geworden. Die Uhrzeit spielte keine Rolle – ob morgens, mittags oder auch kurz vor Mitternacht – du und Agnes habt uns immer mit offenen, freundlichen Armen empfangen. Kein Besuch war zu viel, keine Uhrzeit zu spät. Und dann hatten wir den Spaß unseres Lebens – mit Geschichten, Gelächter, Musik und diesem besonderen Gefühl, willkommen zu sein. Diese Wärme, diese Offenheit – sie bleibt unvergessen.
Die letzten Tage mit dir werde ich auch immer in meinem Herzen tragen. Der schöne Spaziergang, der Sonnenschein, die zwei Eis auf der Terrasse danach – das bleibt.
Es werden keine WhatsApp mehr beantwortet, keine Sprachnachrichten mehr hin- und hergeschickt. Es bleibt leer.
Was soll aus unserer schönen und lustigen Urlaubstradition werden, an die ich immer wieder mit lachendem Auge zurückblicke? Ich bin so froh, so einen lustigen, warmherzigen Menschen wie dich getroffen zu haben. Aus unserer Tradition habe ich viele Bilder – Erinnerungen voller Leben – die wir uns früher hin und her geschickt haben, mit deinem typischen Kai Humor. Später sind daraus Videoanrufe geworden, sogar davon haben wir noch ein paar Aufnahmen. Auch diese kleinen digitalen Spuren sind jetzt wertvoll geworden – Zeugnisse einer Freundschaft, die mehr war als nur gemeinsame Zeit: Sie war ein Gefühl von Zuhause, von Verbundenheit, von Freude.
Wir werden versuchen, für deine Frau Agnes , für deine Familie stark zu sein, uns gegenseitig zu helfen und zu unterstützen, uns Kraft zu geben, dich in uns allen weiterleben zu lassen. Du bleibst – in unseren Geschichten, in unseren Herzen, in jedem Lachen, das wir teilen, weil wir an dich denken….
…dann wirst du da sein. Nicht mehr sichtbar, nicht mehr hörbar, aber spürbar. In allem, was du uns mitgegeben hast. Danke für alles, Kai. Du fehlst. Du wirst immer fehlen. Aber du bleibst – für immer
Wie soll man das Unbegreifliche verstehen? Wie soll man das Unvorstellbare wahrnehmen? Wie soll man unsere Gedanken in Worte fassen, wenn uns die Trauer und der Schmerz alle Worte genommen hat?
Es wäre so einfach hier einen fertigen Spruch oder ein Gedicht rein zustellen mit der Unterschrift „Für Onkel und Schwager“. Aber für keinen von uns war Kai nur ein Onkel oder ein Schwager.
Maya und Lilly haben Kai vom ersten Blick fest ins Herz geschlossen. Mit seiner fürsorglichen Art, unendlicher Geduld und immer mit einem Lächeln im Gesicht, wurde er schnell zum besten Onkel der Welt. Egal ob baden als Säuglinge, Monster unter dem Bett verjagen, Tanz vorgeführt bekommen oder Tipps wie man coole TikTok Videos dreht, Kai hat sich jeder Herausforderung mit voller Begeisterung gestellt. Ob Blödsinn oder Ernst, er war immer für die Mädels da. Und so sehr er da war, so sehr fehlt er Lilly und Maya jetzt. Es ist für die Beiden unbegreiflich, dass sie sein Lachen nie wieder hören werden oder nach einem Rat fragen können. Man sagt:“ Das sind noch Kinder, die verstehen es noch nicht“. Aber sie tuen es, genauso wie auch wir es tun. An was denken wir, wenn wir an Kai denken? An unendliche Lebensfreude! Er hat sein Leben in vollen Zügen genossen. Die Autos, Handys, Urlaube, Haus, grillen, Garten, Pool… Er konnte darüber stundenlang mit Wojtek telefonieren und Fotos, Anzeigen,Angebote vergleichen (man sagt doch dass Frauen so Klatschtanten sind). DAS FEHLT!! Die Stille am Telefon ist erdrückend. Kai hatte auch „die Gabe“ immer zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu sein, wo man ihn nicht erwartet hat um jemanden zu erschrecken. Geschrien haben meistens Katja oder ich. Wie gerne hätte ich ihn mit dem größtem Grinsen jetzt um die Ecke rausspringen sehen. Aber wenn ich nachschaue, ist da nur Leere. Wie viele Sachen hätten wir gerne gemeinsam noch unternommen, wie viele Stunden hätten wir gerne am Telefon verbracht und gequatscht.
Der 23.04 kam viel zu früh, vor dem Tag haben wir alle Angst gehabt. Um 07:09 hat es geklingelt. Zuerst wollte ich nicht dran gehen als ich Agnes Name gesehen habe,aber es hätte doch nichts geändert. Nur seit dem Tag hat sich alles verändert. Wie Maya sagt:“Mama, alles ist nur schwarz und weiß, ich kann irgendwie keine Farben sehen“. Kai, du hast immer alle mir deiner Lebensfreude angesteckt und jetzt, wo du fehlst, fehlt die uns auch.
Während deiner Krankheit hast du ohne Ermüdung gekämpft. Für dich, für Agnes, für Mailo und Mika, für eure Zukunft. Du hast mit deinem letzten Atemzug nicht verloren, denn der Krebs ist kein fairer Kämpfer, dem man Auge im Auge und mit gleichen Waffen gegenüberstehen kann. Dein letzter Atemzug war der Schiedsrichter, der das unnötige Leiden des wahren Kämpfers - DICH beendet hat. Ich hoffe deine Kraft, dein unermüdlicher Wille zum Weiterleben steckt jetzt uns an, um zu verstehen und irgendwann zu akzeptieren was passiert ist. Gestern warst du noch da, Heute sind nur noch Tränen da, aber für Immer bleiben die Erinnerungen und du in unseren Herzen …
Lilly, Maya, Aga i Wojtek
Krebs ist ein ARSCHLOCH !!!
Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll – es gibt so viel, was ich über unsere Freundschaft sagen kann. Wir kennen uns seit der Grundschule, und es kommt mir vor, als wäre es gestern gewesen – obwohl es nun schon 40 Jahre her ist.
Wir haben so viele schöne Momente miteinander erlebt. Jede einzelne Erinnerung bleibt – so wie du – für immer in meinem Herzen. Nichts davon geht verloren. Du gehst niemals verloren. Du lebst in mir weiter, für alle Zeit – bis wir uns auf der anderen Seite irgendwann wiedersehen.
Du hast mein Leben auf so viele Arten bereichert. Wir sind zusammen erwachsen geworden.
Der Schmerz, dass du nicht mehr da bist, ist unbeschreiblich groß. Aber ich verspreche dir – und ich merke es schon jetzt– wenn ich an dich denke, dann bin ich glücklich. Weil wir so eine gute Zeit hatten. Mit so viel Humor, Spontanität, tiefen Gesprächen, Hilfe in der Not, Unterstützung, Aufmerksamkeit, Verständnis. Die Lustigen Momente in meinem Leben.
Unsere Freundschaft hätte für tausend Jahre Platz gehabt.
Du warst immer ein besonderer Mensch für mich. Ich werde weiter von dir erzählen – von unseren Geschichten, unseren Erlebnissen. Damit du für immer unvergessen bleibst.
Es fällt mir unglaublich schwer, das alles zu begreifen. Es fühlt sich noch so unwirklich an. Ich brauche noch Zeit, um wirklich zu verstehen, dass du gegangen bist.
Aber weil ich dich in meinem Herzen spüre, bist du für mich nie weg. Du bist immer ganz nah.
Danke für unsere Freundschaft. Sie bleibt – für immer.
Dein Philip
Für den Moment ist die Welt stehen geblieben. Es ist für mich immer noch nicht fassbar. Seit nunmehr 28 Jahren zählst du zu unseren Freunden. In dieser Freundschaft hatten wir mal mehr, mal weniger Kontakt, aber viele wichtige Momente in unserem Leben haben wir gemeinsam erlebt. Da war z. B. Sebastians und meine Hochzeit, euren Junggesellenabschied, eure Hochzeit, einige Geburtstage, manche Übergänge in ein neues Jahr. Wir waren dabei, als ihr uns sagtet, dass ihr Nachwuchs erwartet. Wir waren dabei, als ihr den Einzug in euer Haus gefeiert habt.
Auch wenn der Kontakt immer weniger wurde, bleibt eines gewiss:
Beim Gedanken an gemeinsame Zeit mit dir und euch war immer ganz viel Humor. Du hast uns immer alle zum Lachen gebracht. Selbst in deiner schwersten Zeit konnte man in den sozialen Netzwerken sehen, wie gewitzt du warst. Du hast uns alle zum Lachen gebracht. Auf dich konnte man immer zählen. Ich bewunderte eure Särke, wie ihr die Hoffnung nie aufgeben habt. Ihr hattet immer weitere Ziele vor Augen. Leider hat es am Ende nicht gereicht.
Das macht mich unendlich traurig.
In unserer Erinnerung wirst Du weiterleben.
Vielen Dank, dass wir dich kennenlernen durften.
Angela und Sebastian
der Abschied fällt uns unglaublich schwer. Als guter Freund und Nachbar warst du nicht einfach nur Teil unserer Straße – du warst das Herzstück. Deine offene Art, deine ansteckend gute Laune und deine unverwechselbaren Sprüche haben unser Miteinander geprägt und bereichert.
Du warst immer da, wenn man dich brauchte – hilfsbereit, verlässlich und mit vollem Herzen bei der Sache. Auf dich konnte man sich einfach verlassen. Diese selbstverständliche Bereitschaft, für andere da zu sein, war ein Geschenk für uns alle.
Die legendären Grillabende bis in die frühen Morgenstunden, die spontanen Feiern – egal ob mit oder ohne Anlass – und dein herzliches Winken über die Kreuzung hinweg werden uns sehr fehlen. Auch das liebevolle Austauschen von Urlaubskarten bleibt in unseren Gedanken lebendig.
Unvergessen bleiben die Poolpartys – sogar mit Polizeibesuch – sie stehen für unvergessliche Zeiten voller Lachen und Lebensfreude.
Du hinterlässt eine große Lücke in unserer Nachbarschaft – und in unseren Herzen. Doch wir lassen dich nicht einfach gehen, ohne dir etwas zu versprechen: Wir als Nachbarschaft halten weiterhin fest zusammen. Auf deine geliebten Söhne Mika und Mailo und auf deine liebe Agnes werden wir Acht geben, so wie du es für uns alle getan hast. Sie sind nicht allein – und wir werden für sie da sein.
In tiefer Dankbarkeit, mit vielen schönen Erinnerungen und großer Verbundenheit, Deine Nachbarn und Freunde,
Klaudi, Ronny mit Ryan & Dylan und Sascha & Dominik
Immer und immer wieder schauen wir uns Bilder und Videos von Dir an, immer und immer wieder hören wir Deine Sprachnachrichten, immer und immer wieder denken wir an Dich und was wir zusammen erlebt haben. Immer und immer wieder lachen und weinen wir.
Wir haben Dich vor Augen, wir sehen Dich, wir hören Dich. Es ist nicht zu begreifen und völlig unwirklich, dass dies nun einzig aus der Erinnerung sein soll.
Einen Menschen wie Dich trifft man nur einmal im Leben. Einen Menschen, bei dem nur ein Blick reicht, ein Schlagwort, eine Situation … und sofort ist man mit diesem Menschen in einer eigenen intimen Welt voller Insider, Spaß, Komik, Freude und Vertrautheit. Bei dem man sich, wenn man ihn trifft, besser fühlt. Der für einen da ist, der zuhört, der versteht.
Kai wir wissen nicht, wie wir die Gefühle, die wir für Dich empfinden hier in Sätze packen sollen. Ich weiß gar nicht so genau … ich glaube 33 Jahre kennen wir uns. Es ist unmöglich aufzuzählen wie viele besondere Verbundenheitsmomente in dieser Zeit entstanden sind … wie viele hätten es noch werden sollen.
Aus Klassenkameradschaft wurde Freundschaft und aus Freundschaft wurde Unzertrennlichkeit und Liebe. Für uns bist Du Teil unserer Familie, ein Teil von uns. Du, Agnieszka, Mika und Mailo. Welch Ehre Patenonkel für Deinen zweitgeborenen Sohn sein zu dürfen.
Kai, Du wirst nun aus dem Himmel auf Deinen ganzen Stolz blicken: Deine Familie, mit Deiner wundervollen Frau und Deinen fantastischen Kids.
Wir trauern, wir weinen, wir fragen uns wie viele Tränen wir noch haben, wir können nicht begreifen und wir sind auch manchmal wütend. Der Himmel aber … der Himmel … der feiert eine Party! Wie glücklich können sie sich dort oben schätzen?!
Wir empfinden ewige Verbundenheit und Liebe. Du bist einzigartig und wunderbar. Wir werden Dich für den Rest unseres Lebens vermissen und niemals, niemals vergessen!
Christian, Ann-Kristin und Luke
Am 13. April diesen Jahres sah ich Dich zum letzten Mal. Du warst müde, schwach und von Schmerzen geplagt. Leider kann ich mich - so sehr ich mich auch bemühe - nicht mehr an Deine letzten Worte erinnern. An was ich mich jedoch erinnere ist Deine letzte Geste: Ein sauber ausgestreckter Mittelfinger.
Die Suche nach den richtigen Worten ist sinnlos, da es schlicht keine Worte gibt, die den Verlust des Menschen "Kai" auch nur ansatzweise beschreiben können.
Dennoch verspüre auch ich den Drang einen kleinen Text zu verfassen, der zumindest ein Versuch sein soll Deiner Person gerecht zu werden und Dir die sprichwörtlich letzte Ehre erweist.
Im Jahre 1999 lernte ich Dich an der Fridrich-List-Schule in Kassel kennen und hielt Dich sofort für einen derben Spinner. Heute - 26 Jahre später - muss ich Abschied nehmen: Abschied von einem derben Spinner. Ich habe in den letzten Tagen unsere Chatverläufe rauf und runter gelesen, Sprach- und Videobotschaften abgehört bzw. angeschaut - immer und immer wieder. Leider ist nicht eine Botschaft dabei, die ich an dieser Stelle präsentieren könnte. Unser Sprachjargon war und ist einfach nicht massenkompatibel. Ich habe sogar lange überlegt, ob ich Dich hier, an dieser Stelle, in dieser schmerzhaften Zeit, wirklich als "Spinner" titulieren soll. Final habe ich mich dafür entschieden. Zum einen ist es nun mal ein simpler Fakt, zum anderen habe ich bislang vergessen zu erwähnen, dass Du für mich ein Spinner mit Tiefgang warst, unglaublich scharfsinnig, emphatisch und stets präsent, wenn man Dich brauchte. Dafür werde ich Dir niemals genügend danken können, denn ich brauchte Dich oft. Egal, ob es um Beziehungskisten, Zwischenmenschliches, Selbstzweifel, Geschäftliches oder einfach nur einen leckgeschlagenen Lokus im heimischen Badezimmer ging: Du warst immer da. Danke!
Um ehrlich zu sein war ich jedoch auch immer etwas neidisch auf Dich, vor allem auf Deinen grenzenlosen Optimismus, Deinen festen Glaube an das Gute und Deine "Packen-Wir-Es-An"-Mentalität. Ein Sprichwort besagt, dass es Menschen gibt, die ein Glas als halbvoll bewerten - andere als halbleer. Du gehörtest zu keiner dieser beiden Parteien. Würden sich Menschen in Deiner Gegenwart darüber streiten, ob das Glas nun halbvoll oder halbleer ist, würdest du einfach eine neue Flasche holen und bis zum Rand nachfüllen. Problem gelöst!
Was mich hingegen belastet ist die Tatsache, dass Dein bereits erwähnter Optimismus und Dein Glaube an das Gute ausgerechnet bei Dir selbst nicht ausreichten. Dass sich jemand "bis zum Schluss kämpferisch und optimistisch zeigte" ist eine gerne verwendete Floskel. In Deinem Fall weiß ich jedoch mit Gewissheit, dass es eben nicht nur eine schöne Floskel ist - sondern die pure Wahrheit. Immer wieder stellte ich mir die Frage, woher Du diese Energien schöpfst - körperlich wie mental. Bis zuletzt zeigtest Du Dich siegessicher, schmiedetest Pläne für die Zukunft. Aufgeben war bekanntlich noch nie Dein Ding, selbst unter den negativsten Bedingungen. Hierfür meinen tiefsten Respekt.
Ich könnte an dieser Stelle noch so Vieles schreiben und einige Anekdoten loswerden. Da ich aber glaube, dass man sich früher oder später wiedersieht und sowieso im Herzen und in den Gedanken verbunden bleibt, sollten wir uns das ein oder andere für später aufheben. In diesem Sinne: Bis später, Du Spinner!
Christoph
vor ein paar Tagen war Vatertag 2025, und nachdem ich erfahren habe, dass Du vor wenigen Wochen diese Erde verlassen hast, musste ich ganz besonders an Dich denken!
Wir beide haben uns ja in der 1. Klasse in unserer Grundschule kennengelernt, und wurden schnell Freunde. Ich habe so tolle Erinnerungen an die Zeit, in der wir nachmittags durch die Riedwiesen gelaufen sind und – häufig auch mit Philip – Quatsch gemacht haben. In Deinem Kinderzimmer habe ich zum ersten Mal „Bad“ von Michael Jackson gehört und das Video dazu gesehen, und wir fanden es mega! Nur wenige Meter von Deinem Haus entfernt waren grüne Papiercontainer (die es immer noch an derselben Stelle gibt), in die sind wir gerne reingeklettert, haben den Deckel zugemacht und haben dann aus dem Schlitz Papierflieger auf ahnungslose Passanten fliegen lassen. Wir sind zusammen in verlassene Häuser eingestiegen, haben gemeinsam unsere kriminelle Karriere begonnen, als wir versuchten, im Edeka Klein ein paar Süßigkeiten zu klauen (was der Besitzer in aller Ruhe beobachtet hat und uns dann am Ausgang zur Rede gestellt hat), und als Du für einige Zeit die „Kais Bande“ in der Schule angeführt hast, war ich natürlich voll mit dabei.
Nach der Grundschule haben wir uns aus den Augen verloren und häufig hatte ich das Gefühl, dass ich Dich gerne mal wieder aufsuchen möchte. Sehen möchte, was aus meinem 10jährigen Kumpel so geworden ist, ob er immer noch so ein verschmitztes Lächeln hat, so viele lustige Ideen und so eine starke Energie. Denn dafür warst Du bei mir in meiner Familie sehr bekannt – Kai, das ist pure Lebensfreude, gepaart mit Freundlichkeit, Mut und eine Prise Rebellion. Nun ist dies nicht mehr möglich... und das macht mich immer wieder sehr, sehr traurig.
Wir beide haben zu einer sehr ähnlichen Zeit eine ziemlich heftige Diagnose von den Ärzten bekommen. Ich im August 2022, nämlich dass ein Tischtennis-großer Tumor in meinem Kopf ist und unmittelbar entfernt werden muss, und Du, meine ich, im Herbst 2022 die Diagnose des Speiseröhrenkrebs. Ich hatte mehrere Operationen, „durfte“ im Anschluss erstmal wieder das Laufen lernen und mein Leben neu sortieren... aber immerhin, der Tumor war gutartig. Und ich darf weiterleben, während Du es eben nicht durftest. Dieser Gedanke macht mich so wahnsinnig fertig. Er treibt mir immer wieder Tränen in die Augen, denn inzwischen sind wir beide Väter unserer Kinder und ich mag mir gar nicht ausdenken, wie es aktuell Deinen Söhnen geht. Schon gar nicht Deiner lieben Frau, die ich leider nicht kennengelernt habe. Und am allermeisten: wie es Dir in Deinen letzten Tagen und Wochen erging, als Du merktest, dass die Kraft und Energie aus Deinem Körper weicht und Du doch so gerne einfach nur bei Deiner Familie wärst.
Für alles, was ich in den 4 Grundschuljahren mit Dir erleben durfte, bin ich sehr dankbar uns es bringt mir immer wieder ein Schmunzeln aufs Gesicht, wenn neue, lustige Episoden in meinen Kopf kommen. Ich bin mir sicher, dass auch in vielen Jahren, wenn es dann bei mir so weit ist, einige dieser „Stories“ wieder vor meinen Augen auftauchen und mich erheitern werden. Komm nun zur Ruhe, wo immer Du bist, und danke für den ganzen Spaß, den ich mit Dir hatte!
<Axel